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Color Blind? Ein sehbehinderter POC und seine Erfahrungen mit Rassismus

Wednesday, 10. April 2019

Posted by Mardoché Kabengele. Transkribiert und redigiert von Luana Beerli und Ugur Gültekin

 

Für People of Color und Menschen mit Migrationsvordergrund ist Rassismus und Benachteiligung auch in der Schweiz ein nicht wegdiskussierbarer Fakt. Diese Menschen haben Rassismus gespürt, erlebt und gesehen. Für diesen Artikel haben sich “Stimmen der Neuen Schweiz” und der junge Berner Aktivist Mardoché Kabengele die Frage gestellt, wie Rassismus auf einen POC wirkt, für den der Aspekt des Sehens wegfällt. Entstanden ist ein Gespräch mit Lenthe Manukumar Basant, dessen Werdegang eine komplexe globale Migrationsgeschichte darstellt. Lenthe ist seit seinem sechsten Lebensjahr sehbehindert. Ein Gespräch über die persönlichen Ausgrenzungserfahrungen eines blinden POC und seine Sicht auf das System Rassismus.

Freitagabend im Kreis 5 in Zürich. Ausnahmsweise bin ich pünktlich. Vor allem aber bin ich nervös. Einerseits weil ich nicht viel Erfahrung in journalistischer Arbeit habe und für mich die bevorstehende Begegnung diesbezüglich ein Novum darstellt. Andererseits weil ich gespannt bin auf Lenthe und seine Geschichte. Ich klingle. Die Tür wird von einem sympathischen Herrn geöffnet, dessen warmes Lächeln sofort für Vertrauen sorgt. Es ist Lenthe. Wir begrüssen uns. “Komm, machen wir noch etwas Licht für dich”, sagt Lenthe. Danach nimmt er mir meine Jacke ab, hängt sie auf und fragt, ob ich einen Drink möchte. Meine anfängliche Nervosität verfliegt allmählich. Wir machen es uns im gemütlichen Wohnzimmer auf der Couch bequem und nach einem kurzen Small-Talk, stelle ich fest, dass wir schon mitten im Interview sind.

Kannst Du uns von deinem Krankheitsbild erzählen?
Das Ganze begann in meiner frühen Kindheit. Eines Tages hatte ich plötzlich starke Augenschmerzen. Nach einem Jahr voller Untersuchungen und Arztbesuchen, kam die Diagnose: Glaukom. Im Volksmund ist diese Erkrankung als grüner Star bekannt. Bei früher Erkennung ist sie, durch einen operativen Eingriff, behandelbar. Leider war es bei mir schon zu spät. Meine Krankheit war schon zu stark fortgeschritten. Meine Sehkraft hat seit dieser Zeit kontinuierlich abgenommen. Heute sehe ich noch 0.03 Prozent. Das bedeutet, dass ich nur Bewegungen, Helles und Dunkles erkennen kann. Wenn ein Objekt nicht in Bewegung ist, kann ich es nicht sehen. Aber ich habe gelernt mich zu arrangieren.

Kannst du uns von deiner Kindheit mit dieser Erkrankung erzählen?
Ich wurde in Niederländisch-Guyana (heutiges Surinam) im Norden von Südamerika geboren. Meine Grosseltern waren als sogenannte “Contract Worker” von Indien nach Niederländisch-Guyana gekommen, wo sie sich eine neue Existenz aufbauen wollten. Meine Eltern lernten sich dort als zweite Generation dieser “Contract Workers” kennen, verliebten sich und heirateten. Ich kam als drittes von sechs Kindern zur Welt und hatte rückblickend eine normale frühe Kindheit. Nach der Diagnose meiner Krankheit kam ich in ein Blindeninternat in Niederländisch-Guyana. Ich ging zur Schule und studierte Informatik in Holland. Diese Zeit an der Universität machte mir klar, dass durch meine Krankheit vieles anders war als bei meinen Kommilitonen. Ich konnte mein Leben nicht in vollen Zügen geniessen und hatte beispielsweise Mühe soziale Kontakte zu knüpfen. In mir wuchs der Drang nach Unabhängigkeit. Deshalb entschloss ich mich nach dem Studium auf eigene Faust Europa zu bereisen.

Daraus entwickelte sich dann aber eine Tour quer durch Europa.
Genau. Nach London besuchte ich Dänemark, Schweden und Norwegen. Ich wollte in jedem Land einen Monat verbringen, da ich als sehbehinderte Person eine Stadt nicht in zwei Tagen erkunden kann. Schlussendlich dauerte meine Reise fast zweieinhalb Jahre. Nach meiner Zeit in Skandinavien reiste ich durch Italien, Spanien, Portugal und weitere europäische Länder. Zum Schluss fand ich meinen Weg in die Schweiz. Durch eine Blindenorganisation lernte ich eine Luzernerin kennen und wir blieben in Kontakt. Ich wohnte zeitweise bei ihr und wir entwickelten eine Freundschaft. Ich blieb in der Schweiz.

Auch weil Du hier Arbeit finden konntest, nicht wahr?
Ich kam mit dem Restaurant «Blinde Kuh» in Zürich in Berührung und begann kurz darauf in diesem Lokal zu arbeiten. Das Servicepersonal besteht hauptsächlich aus Sehbehinderten. Zusätzlich arbeitete ich für den Verein «Zugang für alle», der sich für barrierefreie Webseiten im Internet einsetzt. Seit Oktober 2007 arbeite ich 40% im Informatikbereich für die Migros und habe mehr Zeit für Theaterbesuche, Konzerte und um Tanzen zu gehen.

Wie nimmst Du das Leben in Zürich wahr? Spürst Du Berührungsängste und Vorurteile?
Als ich 2005 nach Zürich zog, nahm ich mir eine Wohnung im schicken Seefeld am Zürichsee. Ich bemerkte aber schnell, dass ich nicht in dieses Quartier passe. Alles schliesst früh am Abend und mir wurde klar, dass ich von da weg muss. Im Seefeld leben viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern, aber sie leben eher nebeneinander als miteinander. Ich zog darum in den Kreis 5. Dort ist es lebendiger, diverser und offener. Mir ist das wichtig. Ich fühle mich wohl, wenn die Herkunft nicht zentral ist. Wie man sein Leben führt, ist hier viel wichtiger.

Welche Rolle spielt die Hautfarbe für dich in deinem Leben?
Für mich hat die Hautfarbe keine Bedeutung, aber ich habe zweischneidige Erfahrungen gemacht. Ich bemerke Rassismus, wenn meine Blindheit nicht sichtbar ist.
Als meine Sehbehinderung noch nicht sichtbar war, geriet ich häufiger in eine Personenkontrolle. Jetzt, wo meine Einschränkung klar erkennbar ist, werde ich kaum kontrolliert und die Beamten sind immer extrem freundlich und hilfsbereit. Für mich waren Hautfarben immer sekundär. Meine Blindheit brachte so viele Schwierigkeiten mit sich, dass ich die Benachteiligungen durch meine Hautfarbe als weniger stark empfunden habe.
Das Leben ist als blinde und dunkelhäutige Person oft frustrierend und kompliziert.
Auf den ersten Blick wird nur meine Hautfarbe wahrgenommen, meine Blindheit wird glaube ich erst später registriert. Oft bemerke ich, dass sich mein Gegenüber nach dem ersten Schrecken fürchtet etwas Falsches zu sagen. Für Sehende ist die Hautfarbe wohl ein ausschlaggebender Punkt, für mich nicht.

Für dich ist die Hautfarbe also irrelevant. Hast Du bemerkt, dass ich ein dunkelhäutiger Mann bin?
Nein, wissen kann ich das nicht. Es spielt für mich auch keine Rolle. Ich habe aber deinen französischen Akzent rausgehört. Wenn aber eine Person mit Migrationsgeschichte spricht, die hier aufgewachsen ist, kann ich das nicht bemerken. Bei dieser Thematik denke ich gerne an meine Zeit in der Blinden Kuh zurück. Dort sitzen tagtäglich Menschen gemeinsam am Tisch, die sich noch nie zuvor im Hellen gesehen haben. Die Gäste fingen jeweils lockere Unterhaltungen an, auch mit ihnen fremden Menschen. Es entsteht eine gewisse Dynamik, die ich normalerweise nur von Freundeskreisen kenne. Im Licht würden sich die Personen zuerst beschnuppern und formell begrüssen. Seit meiner Zeit in der Blinden Kuh weiss ich, dass die Schweizerinnen und Schweizer im Kern sehr offen sind.

Wie behilflich sind dir Fremde im Alltag?
Wer behindert ist, muss alles genau organisieren. Ich habe gelernt um Hilfe zu fragen und sie auch anzunehmen. Das ist nicht immer einfach. Es passiert mir oft, dass mir Personen im öffentlichen Verkehr ihre Hilfe beim Einsteigen anbieten. Ich kann das eigentlich gut alleine, nehme die Hilfe aber trotzdem dankend an. Ich muss niemandem beweisen, dass ich selbstständig einsteigen kann. Wenn ich die Hilfe annehme, komme ich mit hilfsbereiten Menschen in Kontakt, kann mich kurz austauschen und nehme wahr, was für eine Person ich vor mir habe.

Spürst du häufig Berührungsängste bei Fremden?
Als Sehbehinderter sind Berührungen physisch und psychisch von grosser Wichtigkeit. Ich würde gerne öfters Menschen berühren, was in der heutigen Zeit selten erwünscht ist.

Sehr viele Leute um mich herum sind sehr einsam und kommen nur beim Einkaufen oder an der Busstation in Kontakt mit anderen Menschen. Ich stelle es mir extrem schlimm vor, über Jahre ohne jegliche Berührungen zu leben.

Wie hast Du es selbst mit der Einsamkeit und dem Alleinsein?
Ich fühle mich sehr oft einsam, obwohl ich viele Menschen kenne oder neue treffe. Der oberflächliche Austausch ist irrelevant, was mir fehlt ist das emotionale Echo. Denn wer kein Echo erhält, kann schnell verloren gehen. Ich vermute, dass ich als Sehender weniger einsam wäre. Als blinde Person kann ich Mimik, Gestik und Körperhaltung meines Gegenübers nicht wahrnehmen. Das ist ein Feedback, das ich als Blinder nicht kriege.

Gehst Du anders auf Menschen zu, als sehende Personen?
Was Sehende mit ihren Augen wahrnehmen, bekomme ich durch andere Signale und Zeichen mit. Weil ich mir nicht aufgrund des Aussehens einer Person ein Bild machen kann, konzentriere ich mich meist auf das Gesagte. Ich konzentriere mich auf Akzente und Dialekte, um den besten Kommunikationsweg herauszufinden. Wenn ich auf der Strasse einer Person begegne, die stark nach Alkohol riecht, warnt mich mein Geruchssinn und ich bin alarmiert. Die meisten machen das über das Sehen, ich mache es eben anders.

Hast du viele positive Erfahrungen?
Ja, Menschen mit einer wunderbaren Ausstrahlung müssen meistens gar nichts sagen. Letzten Sommer überquerte ich beispielsweise eine Strasse und wurde plötzlich mit viel Feingespür von einer Frau neben mir gepackt und leicht nach rechts gezogen. Sie hat ruhig, grazil, unaufdringlich und voller Empathie gehandelt. Empathie macht das Leben spannend und das Schöne ist das zu Teilen. Ich könnte jeden Luxus der Welt haben, aber würde gerade alleine hier sitzen. Ich und wir alle brauchen Austausch und Empathie. Die Frau, die mir letzten Sommer geholfen hat, nahm etwas wahr und reagierte darauf. Auf die gleiche Art und Weise müssen wir auch unser gesellschaftliches Zusammenleben aufbauen. Migration ist eine Realität der Schweiz und die Bevölkerung wird immer diverser. Wir brauchen neue Impulse, Eindrücke und Berührungspunkte. Nur so können wir gemeinsam wachsen.

 

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Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

Friday, 10. September 2021

Posted by Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

#DeepDiversity

Glossary
Glossary #NewSwitzerland

 

The #NewSwitzerland glossary is going to present concepts relevant to understanding migration, diversity and racism in Switzerland – in a well-founded and critical manner. The terms #NeSwitzerland and #DeepDiversity offer an entry point.

Elio Lanari 17. April 1960 – 17. Juni 2021

Saturday, 3. July 2021

Posted by Institut Neue Schweiz

 

Elio Lanari

Elio, caro, viel zu kurze Zeit nur hast Du unseren Vorstand mit Deiner Arbeit beehrt. Dein Engagement aber war schon viel älter. In den 60ern als Kind von italienischen Einwanderern in der Schweiz aufgewachsen, wusstest Du, was es hiess, sich gegen alle Hindernisse einen Platz in dieser Gesellschaft zu erkämpfen.

Aktion Vierviertel – Wer hier lebt, soll ein Recht auf Einbürgerung haben!

Sunday, 20. June 2021

Posted by Institut Neue Schweiz

 

Bündnis für einen mutigen Gesellschaftsentwurf

Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung hat keine Schweizer Staatsangehörigkeit, obwohl sie in der Schweiz zum gemeinschaftlichen Leben beitragen. Dies möchte der Verein Aktion Vierviertel ändern. Die Aktion Vierviertel wurde von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis, das von INES unterstützt wird, angestossen und aufgebaut. Sie fordert das automatische Bürgerrecht für alle, die hier geboren sind, und ein Grundrecht auf Einbürgerung für die, die seit vier Jahren hier leben.

«We Talk. Schweiz ungefiltert» - die Talkshow mit Migrationsgeschichte am Frauen*streik

Tuesday, 15. June 2021

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

Feministische Aktionstage 2021, Fotos: raumsinn | dani fels

«We Talk. Schweiz ungefiltert» wurde im Frühling 2021 vom Förderverein des Institut Neue Schweiz, dem Berner Rassismus Stammtisch und dem Kollektiv Ostwind - Ostschweiz mit Migrationsvorsprung ins Leben gerufen. Bei We Talk sprechen Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung miteinander: «Ungefiltert, reflektiert und kritisch.» Gestern wurde im Rahmen des Frauen*streiks die zweite Folge lanciert.

Institutionelle Öffnung der Kulturhäuser - Erfahrungen und Empfehlungen

Thursday, 3. June 2021

Posted by Inés Mateos

 

Im 2019 starteten das Literaturhaus und die Kaserne Basel mit dem Institut Neue Schweiz INES das Projekt Atelier Neue Schweiz Basel, bei dem die Öffnung hin zur postmigrantischen Schweiz der beiden Kulturhäuser im Zentrum stand. Über den angestossenen Transformationsprozess spricht Inés Mateos von INES mit Sandro Lunin, dem Leiter Kaserne Basel, und mit Katrin Eckert, der Leiterin des Literaturhaus Basel. Hier kann das Gespräch angesehen werden. Auf der Grundlage der Erfahrungen des Projekts sind zehn Empfehlungen erarbeitet worden.

Neue Initiativen zu Repräsentation in den Medien

Tuesday, 1. June 2021

Posted by Institut Neue Schweiz

 

raumsinn / dani fels

Obwohl die Schweiz vielfältig ist, sind Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung, People of Color, Stimmen mit Akzenten und «ausländisch» klingenden Namen in den Medien stark unterrepräsentiert. Zunehmend mehr Initiativen nehmen diese Missstände als Anlass, eigene Projekt aufzubauen. In einem Webinar, das von den Neuen Schweizer Medienmacher*innen und Lucify.ch in Zusammenarbeit mit dem Institut Neue Schweiz INES organisiert wurde, kamen sie miteinander ins Gespräch. Hier kann das Video angesehen werden.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

Sunday, 30. May 2021

Posted by Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

«Was hat dein Name für eine Sprache?»

Thursday, 20. May 2021

Posted by Cathrine Lutz, Co-Leiterin Projekt «Schul-Geschichte der Neuen Schweiz»

 

Postmigrantische Schulgeschichten der Neuen Schweiz - Mitwirkende an der Geschichtensammlung erzählen von ihren Erlebnissen in der Schule.

Junge Muslim*innen zwischen Teilhabe und Rechtfertigungsdruck

Thursday, 15. April 2021

Posted by Asmaa Dehbi

 

Am 7. März 2021 hat die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abgestimmt. An einem Freitagabend kurz vor der Abstimmung sprechen junge Muslim*innen auf der Zürcher Jugendplattform «Project Träff» darüber, wie sie die Diskussionen rund um das Thema Verhüllung wahrnehmen.

#NewSwitzerland

OPEN LETTER TO THE FEDERAL COUNCIL

Friday, 1. May 2020

Posted by INES Institute New Switzerland

 

ECONOMIC NEEDS IN TIMES OF THE CORONA CRISIS MUST NOT ENDANGER RESIDENCE STATUS AND NATURALISATIONS - LET US SHOW SOLIDARITY HERE, TOO!

The corona pandemic is not only a health crisis, but also a social and economic crisis. Many people are threatened by unemployment, will be dependent on social welfare and will have to take on debts, also in Switzerland. The financial and social implications of this are massive, and so are the legal consequences – something many people are unaware of. In decisions on residence status and naturalisation, one of the decisive factors is 'economic integration'. The corona pandemic is therefore a potential existential threat to many people: A quarter of the resident population does not have Swiss citizenship, but supports and helps shape the country on a daily basis.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

Friday, 6. March 2020

Posted by Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

"Ich bin Secondo, also bin ich."

Tuesday, 21. January 2020

Posted by Uğur Gültekin

 

Samir und Ugur Gültekin.

Der Filmemacher Samir und Uğur Gültekin (INES-Institutsleitung und Journalist) tauschen sich in diesem postmigrantischen Generationengespräch über das Erwachsenwerden in unterschiedlichen Jahrzehnten aus. Dabei entdecken sie Gemeinsamkeiten, blicken auf hoffnungsspendende Momente zurück und werden über den Fakt überrascht, dass sie ohne sich zu kennen, durch die Arbeit des anderen empowert wurden.

«Für Hunde und Italiener verboten» - Ein Gespräch mit Angelo Maiolino

Monday, 15. July 2019

Posted by Tarek Naguib

 

Angelo Maiolino war Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für politische Philosophie der Universität Zürich. Gegenwärtig arbeitet der Familienvater als Gymnasiallehrer an einer Zürcher Kantonsschule. Im Jahr 2011 hat er das Buch „Als die Italiener noch Tschinggen waren“ im Rotpunktverlag publiziert. Drei Jahre später erschien seine Doktorarbeit mit dem Titel „Politische Kultur in Zeiten des Neoliberalismus“ im Transcript Verlag. Tarek Naguib hat Angelo Maiolino getroffen und mit ihm zurückgeschaut auf die Schwarzenbach-Initiative und die Lebensrealitäten von italienischen Gastarbeitern in der Schweiz und gefragt was diese Erfahrungen für die Gegenwart und die Zukunft der Migrationsgesellschaft Schweiz bedeuten.

Hautverdächtig – Rassistische Polizeikontrollen auf der Anklagebank

Thursday, 16. May 2019

Posted by Mohamed Wa Baile und Ellen Höhne

 

»Hautverdächtig« ist die theatralische Dokumentation und Reinszenierung eines Schweizer Gerichtsfalls zu Racial Profiling, der im Jahr 2015 begann und mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig ist. Dieser experimentelle Text bringt die institutionalisierte Diskriminierungspraxis der Polizei ans Licht, in der täglich Menschen verdächtigt, willkürlich aufgehalten und als Rassisierte ausgeschlossen werden.

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

Friday, 9. April 2021

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

memleket Folge 10: Von wegen Chancengleichheit! Ein Gespräch mit Aygül Pala

Thursday, 8. April 2021

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket Folge 10: Von wegen Chancengleichheit! Ein Gespräch mit Aygül Pala

Do the Right Thing! #NeueSchweiz im Kino im Kocher

Wednesday, 9. September 2020

Posted by Friends of INES aka FRINES, Mardoché Kabengele

 

*Am 22. August zeigte das gratis Openairkino „Kino im Kocher“ den Film „Do the Right Thing vom Schwarzen Regisseur, Produzenten und Schauspieler Spike Lee. Sie wollten für das diesjährige Event eine klare Position gegen Polizeigewalt und strukturellen Rassismus beziehen. Das Institut Neue Schweiz (INES) und sein Förderverein Friends of INES (FrINES) waren mit einer Eröffnungsrede von Mardoché Kabengele und Lucia Aguilar und einem Stand vor Ort. **

Für alle Menschen, die hier leben und die noch kommen werden

Monday, 15. June 2020

Posted by INES Institut Neue Schweiz

 

Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

Friday, 10. September 2021

Posted by Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

Elio Lanari 17. April 1960 – 17. Juni 2021

Saturday, 3. July 2021

Posted by Institut Neue Schweiz

 

Elio Lanari

Elio, caro, viel zu kurze Zeit nur hast Du unseren Vorstand mit Deiner Arbeit beehrt. Dein Engagement aber war schon viel älter. In den 60ern als Kind von italienischen Einwanderern in der Schweiz aufgewachsen, wusstest Du, was es hiess, sich gegen alle Hindernisse einen Platz in dieser Gesellschaft zu erkämpfen.

«We Talk. Schweiz ungefiltert» - die Talkshow mit Migrationsgeschichte am Frauen*streik

Tuesday, 15. June 2021

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«We Talk. Schweiz ungefiltert» wurde im Frühling 2021 vom Förderverein des Institut Neue Schweiz, dem Berner Rassismus Stammtisch und dem Kollektiv Ostwind - Ostschweiz mit Migrationsvorsprung ins Leben gerufen. Bei We Talk sprechen Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung miteinander: «Ungefiltert, reflektiert und kritisch.» Gestern wurde im Rahmen des Frauen*streiks die zweite Folge lanciert.

Neue Initiativen zu Repräsentation in den Medien

Tuesday, 1. June 2021

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Obwohl die Schweiz vielfältig ist, sind Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung, People of Color, Stimmen mit Akzenten und «ausländisch» klingenden Namen in den Medien stark unterrepräsentiert. Zunehmend mehr Initiativen nehmen diese Missstände als Anlass, eigene Projekt aufzubauen. In einem Webinar, das von den Neuen Schweizer Medienmacher*innen und Lucify.ch in Zusammenarbeit mit dem Institut Neue Schweiz INES organisiert wurde, kamen sie miteinander ins Gespräch. Hier kann das Video angesehen werden.

«Was hat dein Name für eine Sprache?»

Thursday, 20. May 2021

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Postmigrantische Schulgeschichten der Neuen Schweiz - Mitwirkende an der Geschichtensammlung erzählen von ihren Erlebnissen in der Schule.

#NewSwitzerland

OPEN LETTER TO THE FEDERAL COUNCIL

Friday, 1. May 2020

Posted by INES Institute New Switzerland

 

ECONOMIC NEEDS IN TIMES OF THE CORONA CRISIS MUST NOT ENDANGER RESIDENCE STATUS AND NATURALISATIONS - LET US SHOW SOLIDARITY HERE, TOO!

The corona pandemic is not only a health crisis, but also a social and economic crisis. Many people are threatened by unemployment, will be dependent on social welfare and will have to take on debts, also in Switzerland. The financial and social implications of this are massive, and so are the legal consequences – something many people are unaware of. In decisions on residence status and naturalisation, one of the decisive factors is 'economic integration'. The corona pandemic is therefore a potential existential threat to many people: A quarter of the resident population does not have Swiss citizenship, but supports and helps shape the country on a daily basis.

"Ich bin Secondo, also bin ich."

Tuesday, 21. January 2020

Posted by Uğur Gültekin

 

Samir und Ugur Gültekin.

Der Filmemacher Samir und Uğur Gültekin (INES-Institutsleitung und Journalist) tauschen sich in diesem postmigrantischen Generationengespräch über das Erwachsenwerden in unterschiedlichen Jahrzehnten aus. Dabei entdecken sie Gemeinsamkeiten, blicken auf hoffnungsspendende Momente zurück und werden über den Fakt überrascht, dass sie ohne sich zu kennen, durch die Arbeit des anderen empowert wurden.

Hautverdächtig – Rassistische Polizeikontrollen auf der Anklagebank

Thursday, 16. May 2019

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»Hautverdächtig« ist die theatralische Dokumentation und Reinszenierung eines Schweizer Gerichtsfalls zu Racial Profiling, der im Jahr 2015 begann und mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig ist. Dieser experimentelle Text bringt die institutionalisierte Diskriminierungspraxis der Polizei ans Licht, in der täglich Menschen verdächtigt, willkürlich aufgehalten und als Rassisierte ausgeschlossen werden.

memleket Folge 10: Von wegen Chancengleichheit! Ein Gespräch mit Aygül Pala

Thursday, 8. April 2021

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

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Für alle Menschen, die hier leben und die noch kommen werden

Monday, 15. June 2020

Posted by INES Institut Neue Schweiz

 

Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

#DeepDiversity

Glossary
Glossary #NewSwitzerland

 

The #NewSwitzerland glossary is going to present concepts relevant to understanding migration, diversity and racism in Switzerland – in a well-founded and critical manner. The terms #NeSwitzerland and #DeepDiversity offer an entry point.

Aktion Vierviertel – Wer hier lebt, soll ein Recht auf Einbürgerung haben!

Sunday, 20. June 2021

Posted by Institut Neue Schweiz

 

Bündnis für einen mutigen Gesellschaftsentwurf

Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung hat keine Schweizer Staatsangehörigkeit, obwohl sie in der Schweiz zum gemeinschaftlichen Leben beitragen. Dies möchte der Verein Aktion Vierviertel ändern. Die Aktion Vierviertel wurde von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis, das von INES unterstützt wird, angestossen und aufgebaut. Sie fordert das automatische Bürgerrecht für alle, die hier geboren sind, und ein Grundrecht auf Einbürgerung für die, die seit vier Jahren hier leben.

Institutionelle Öffnung der Kulturhäuser - Erfahrungen und Empfehlungen

Thursday, 3. June 2021

Posted by Inés Mateos

 

Im 2019 starteten das Literaturhaus und die Kaserne Basel mit dem Institut Neue Schweiz INES das Projekt Atelier Neue Schweiz Basel, bei dem die Öffnung hin zur postmigrantischen Schweiz der beiden Kulturhäuser im Zentrum stand. Über den angestossenen Transformationsprozess spricht Inés Mateos von INES mit Sandro Lunin, dem Leiter Kaserne Basel, und mit Katrin Eckert, der Leiterin des Literaturhaus Basel. Hier kann das Gespräch angesehen werden. Auf der Grundlage der Erfahrungen des Projekts sind zehn Empfehlungen erarbeitet worden.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

Sunday, 30. May 2021

Posted by Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

Junge Muslim*innen zwischen Teilhabe und Rechtfertigungsdruck

Thursday, 15. April 2021

Posted by Asmaa Dehbi

 

Am 7. März 2021 hat die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abgestimmt. An einem Freitagabend kurz vor der Abstimmung sprechen junge Muslim*innen auf der Zürcher Jugendplattform «Project Träff» darüber, wie sie die Diskussionen rund um das Thema Verhüllung wahrnehmen.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

Friday, 6. March 2020

Posted by Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

«Für Hunde und Italiener verboten» - Ein Gespräch mit Angelo Maiolino

Monday, 15. July 2019

Posted by Tarek Naguib

 

Angelo Maiolino war Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für politische Philosophie der Universität Zürich. Gegenwärtig arbeitet der Familienvater als Gymnasiallehrer an einer Zürcher Kantonsschule. Im Jahr 2011 hat er das Buch „Als die Italiener noch Tschinggen waren“ im Rotpunktverlag publiziert. Drei Jahre später erschien seine Doktorarbeit mit dem Titel „Politische Kultur in Zeiten des Neoliberalismus“ im Transcript Verlag. Tarek Naguib hat Angelo Maiolino getroffen und mit ihm zurückgeschaut auf die Schwarzenbach-Initiative und die Lebensrealitäten von italienischen Gastarbeitern in der Schweiz und gefragt was diese Erfahrungen für die Gegenwart und die Zukunft der Migrationsgesellschaft Schweiz bedeuten.

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

Friday, 9. April 2021

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

Do the Right Thing! #NeueSchweiz im Kino im Kocher

Wednesday, 9. September 2020

Posted by Friends of INES aka FRINES, Mardoché Kabengele

 

*Am 22. August zeigte das gratis Openairkino „Kino im Kocher“ den Film „Do the Right Thing vom Schwarzen Regisseur, Produzenten und Schauspieler Spike Lee. Sie wollten für das diesjährige Event eine klare Position gegen Polizeigewalt und strukturellen Rassismus beziehen. Das Institut Neue Schweiz (INES) und sein Förderverein Friends of INES (FrINES) waren mit einer Eröffnungsrede von Mardoché Kabengele und Lucia Aguilar und einem Stand vor Ort. **

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